Ein äußerst abwechslungsreicher und kurzweiliger Abend war an diesem Samstag in der Beinsteiner Halle geboten. Die Premiere eines gemeinsamen Konzerts von Musikverein Beinstein und der Abteilung Singen des TB Beinstein hielt viele Überraschungen bereit. In dem breit gefächerten Programm wurde immer wieder das Publikum einbezogen, das die Gelegenheit zum Mitsingen und Mitklatschen mehrfach spontan wahrgenommen hat. Mit den Flöten, der Bläserklasse und der Kapelle des Musikvereins sowie dem Männerchor, Cantamos und der Sopranistin Miriam Bauer standen insgesamt sechs verschiedene Formationen auf der Bühne.
Die Flötengruppe
spielte zusammen mit seiner Lehrerin Stefanie
Nörpel zwei Anfängerstücke und zwei Lieder
für die
bereits Geübteren; bereits hier konnten sich die
Zuhörer zum
ersten Mal gesanglich beteiligen.
Die Bläserklasse
zeigte unter
der Leitung von Sonja Schleiß den Besuchern, was sie in den
vergangenen sieben Wochen seit ihrer ersten Probe bereits erlernt und
gemeinsam erarbeitet hatte.
Die Kapelle des
Musikvereins begann traditionell mit einem Marsch, mit dem
schwung- und kraftvollen Jagdgeschwader Richthofen-Marsch im 6/8-Takt.
Peter Kuchar führte seine Musiker und Musikerinnen
souverän
auch durch die sinfonischen Schwierigkeiten der Ouvertüre
„Der Froschkönig“.
Mit der
beschwingt- rustikalen
Abendrot-Polka und dem Solo für Trompete in „My
Way“,
wie immer stilvoll vorgetragen von Eberhard Wagner endete der erste
instrumentale Teil des Abends.
Der Männerchor
des TB Beinstein präsentierte sich mit Liedern über
Wein und junge
Mädchen, aber auch ihre Version des „Kleinen
grünen
Kaktus“ kam gekonnt rüber. Die neue Dirigentin
Mirjam Bauer,
die den Chor und auch den gemischten Chor „Cantamos
Beinstein“ im Mai diesen Jahres übernommen hatte,
arbeitet
hart an und mit den Stimmen der Männer. So könnte das
Lied
„Das Ölen der Kehlen“ auch als
selbstkritische
Aufarbeitung der eigenen Probenarbeit interpretiert werden.
Der
gemischte Chor „Cantamos Beinstein“ besteht nunmehr
seit
drei Jahren und bietet der Dirigentin durch die zusätzlichen
Frauenstimmen die Möglichkeit, ein breiteres Spektrum an
Literatur
einzustudieren, Zum einen in dem Lied „Leben ist
mehr“, ein
inhaltlich ansprechendes Stück über die Hektik in der
heutigen Zeit. Und zum anderen mit „Werbung“
über die
andauernde Berieselung und Überflutung.
Garniert mit Sprech- und
Schauspieleinlagen war dies ein recht unterhaltsamer Beitrag an diesem
Abend. Sehr stark rhythmisch geprägt, unterlegt mit
Tanzbewegungen
der Sängerinnen und Sänger, folgten darauf zwei
afrikanische
Titel. „Welile“ und “Nomali“
leben nicht so
sehr vom Text, sondern von der rhythmischen Untermalung durch die
Begleitstimmen, markant geführt von den Sopranistinnen.
Zum Abschluss des Gesangsteils erlebten die Besucher in der herbstlich
geschmückten und sehr gut besetzten Beinsteiner Halle nach der
Pause ein besonderes Highlight: Mirjam Bauer trug zwei
Solostücke
für Sopran vor. Die diplomierte Gesangspädagogin
tritt als
Solistin in den Bereichen Oper, Operette, Musicals, Messen, Songs und
Lieder bei großen Veranstaltungen, aber auch in kleineren
Kreisen
auf.
Zusammen mit ihrer
Partnerin Ruth Popp am Klavier brachte sie die
Lieder “Somewhere over the Rainbow” und
“Ich
hätt’ getanzt heut Nacht” zu
Gehör. Absolute
Stille während ihres Vortrags; so etwas hat es in Beinstein
wohl
noch nicht gegeben. Natürlich wurde eine Zugabe gefordert und
mit
“Think of me” aus “Phantom der
Oper” setzte die
junge Künstlerin noch einen drauf. Grosse Klasse und
wunderschön anzuhören und anzuschauen: Mirjam Bauer,
Sopran.
Gleich nach ihrem Auftritt musste sie jungen Fans Autogramme geben.
Erwähnt sei an
dieser Stelle auch ein anderer Aktiver,
der nicht im Programmheft steht, der Moderator, der durchs Programm
führt, der die Stücke ansagt und kleine Geschichten
und
Informationen zu den Akteuren, Titeln, Werken und Komponisten gibt.
Michael Fronz hatte diese Aufgabe einmal mehr mit Bravour
gelöst.
Mit Hintergrund versorgt, hören sich die einzelnen Werke
gleich
ganz anders an.
Nach dem Umbau der Bühne setzte die große Kapelle das Programm fort mit einer „La Storia“ , eine Filmmusik ohne Film, die dem Zuhörer die Möglichkeit gab, sich selbst einen Film auszumalen. Großes Kino im Kopf. Majestätisch, unruhig, getragen, gefühlvoll und hektisch.
Traditionell ehrt der
Musikverein im Rahmen einer solchen
Veranstaltung auch seine langjährigen und verdienten
Mitglieder,
unter ihnen auch Michael Fronz, der für 30 Jahre
fördernde
Mitgliedschaft geehrt wurde, und Helmut Grimmeisen, der die goldenen
Nadel mit Diamant für stolze 50 Jahre Mitgliedschaft. Er war
aktiver Musiker, Theaterleiter und auch sonst bei Arbeiten für
den Verein mit dabei.
Im
Anschluss an die Ehrungen ging die Kaplle in den stimmungsvollen
und unterhaltenden Teil über. Mit bekannten Melodien in
“Comedian Harmonists in Concert”, aufgelockert
durch eine
fetzige Swing-Einlage, dem Schlager
“Tränen lügen
nicht” (mit einem Trompetensolo von Ingo Fronz) und der
Titelmelodie aus “Winnetou” -
Flügelhornsolo: Eberhard
Wagner - brachten sie die Zuhörer in Fahrt.
Das große
Finale bildete der gemeinsamen Auftritt der Kapelle und
Cantamos Beinstein. Mit “I will follow him”, dem
mitreißenden Höhepunkt aus dem Film
“Sister Act”
beschlossen die Aktiven den Abend, genauso emotional und begeisternd
wie im Film. Gefolgt nur noch von der vom Publikum lautstark
geforderten Zugabe “Schwabenland - mein
Heimatland”,
der schwäbischen Nationalhymne, bei der dann auch noch der
Männerchor dabei war, und alle, die des Textes
mächtig waren,
kräftig mitsingen konnten.
Immer in Erwartung des nächsten Programmpunktes stellten die meisten erst am Ende, gegen 23 Uhr verwundert fest, dass 3 ½ Stunden vergangen waren. Ein gutes Zeichen und Aufforderung zugleich, eine solche Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder auf die Beine zu stellen.
Fotos: Benjamin Büttner
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