Herbstfest - 22. November 2009

Ein äußerst abwechslungsreicher und kurzweiliger Abend war an diesem Samstag in der Beinsteiner Halle geboten. Die Premiere eines gemeinsamen Konzerts von Musikverein Beinstein und der Abteilung Singen des TB Beinstein hielt viele Überraschungen bereit. In dem breit gefächerten Programm wurde immer wieder das Publikum einbezogen, das die Gelegenheit zum Mitsingen und Mitklatschen mehrfach spontan wahrgenommen hat. Mit den Flöten, der Bläserklasse und der Kapelle des Musikvereins sowie dem Männerchor, Cantamos und der Sopranistin Miriam Bauer standen insgesamt sechs verschiedene Formationen auf der Bühne. 

FlötengruppeDie Flötengruppe spielte zusammen mit seiner Lehrerin Stefanie Nörpel zwei Anfängerstücke und zwei Lieder für die bereits Geübteren; bereits hier konnten sich die Zuhörer zum ersten Mal gesanglich beteiligen.

BläserklasseDie Bläserklasse zeigte unter der Leitung von Sonja Schleiß den Besuchern, was sie in den vergangenen sieben Wochen seit ihrer ersten Probe bereits erlernt und gemeinsam erarbeitet hatte. 

Kapelle des Musikvereins unter der Leitung von Peter KucharDie Kapelle des Musikvereins begann traditionell mit einem Marsch, mit dem schwung- und kraftvollen Jagdgeschwader Richthofen-Marsch im 6/8-Takt. Peter Kuchar führte seine Musiker und Musikerinnen souverän auch durch die sinfonischen Schwierigkeiten der Ouvertüre „Der Froschkönig“.

Solo von Eberhard WagnerMit der  beschwingt- rustikalen Abendrot-Polka und dem Solo für Trompete in „My Way“, wie immer stilvoll vorgetragen von Eberhard Wagner endete der erste instrumentale Teil des Abends.

Männerchor des TB BeinsteinDer Männerchor des TB Beinstein präsentierte sich mit Liedern über Wein und junge Mädchen, aber auch ihre Version des „Kleinen grünen Kaktus“ kam gekonnt rüber. Die neue Dirigentin Mirjam Bauer, die den Chor und auch den gemischten Chor „Cantamos Beinstein“ im Mai diesen Jahres übernommen hatte, arbeitet hart an und mit den Stimmen der Männer. So könnte das Lied „Das Ölen der Kehlen“ auch als selbstkritische Aufarbeitung der eigenen Probenarbeit interpretiert werden.

Der gemischte Chor „Cantamos Beinstein“ besteht nunmehr seit drei Jahren und bietet der Dirigentin durch die zusätzlichen Frauenstimmen die Möglichkeit, ein breiteres Spektrum an Literatur einzustudieren, Zum einen in dem Lied „Leben ist mehr“, ein inhaltlich ansprechendes Stück über die Hektik in der heutigen Zeit. Und zum anderen mit „Werbung“ über die andauernde Berieselung und Überflutung.
Cantamos BeinsteinGarniert mit Sprech- und Schauspieleinlagen war dies ein recht unterhaltsamer Beitrag an diesem Abend. Sehr stark rhythmisch geprägt, unterlegt mit Tanzbewegungen der Sängerinnen und Sänger, folgten darauf zwei afrikanische Titel. „Welile“ und “Nomali“ leben nicht so sehr vom Text, sondern von der rhythmischen Untermalung durch die Begleitstimmen, markant geführt von den Sopranistinnen.

Mirjam Bauer Zum Abschluss des Gesangsteils erlebten die Besucher in der herbstlich geschmückten und sehr gut besetzten Beinsteiner Halle nach der Pause ein besonderes Highlight: Mirjam Bauer trug zwei Solostücke für Sopran vor. Die diplomierte Gesangspädagogin tritt als Solistin in den Bereichen Oper, Operette, Musicals, Messen, Songs und Lieder bei großen Veranstaltungen, aber auch in kleineren Kreisen auf.

Mirjam BauerZusammen mit ihrer Partnerin Ruth Popp am Klavier brachte sie die Lieder “Somewhere over the Rainbow” und “Ich hätt’ getanzt heut Nacht” zu Gehör. Absolute Stille während ihres Vortrags; so etwas hat es in Beinstein wohl noch nicht gegeben. Natürlich wurde eine Zugabe gefordert und mit “Think of me” aus “Phantom der Oper” setzte die junge Künstlerin noch einen drauf. Grosse Klasse und wunderschön anzuhören und anzuschauen: Mirjam Bauer, Sopran. Gleich nach ihrem Auftritt musste sie jungen Fans Autogramme geben.

Mirjam Bauer

Michael FronzErwähnt sei an dieser Stelle auch ein anderer Aktiver, der nicht im Programmheft steht, der Moderator, der durchs Programm führt, der die Stücke ansagt und kleine Geschichten und Informationen zu den Akteuren, Titeln, Werken und Komponisten gibt. Michael Fronz hatte diese Aufgabe einmal mehr mit Bravour gelöst. Mit Hintergrund versorgt, hören sich die einzelnen Werke gleich ganz anders an.

Nach dem Umbau der Bühne setzte die große Kapelle das Programm fort mit einer „La Storia“ , eine Filmmusik ohne Film, die dem Zuhörer die Möglichkeit gab, sich selbst einen Film auszumalen. Großes Kino im Kopf. Majestätisch, unruhig, getragen, gefühlvoll und hektisch.

Ehrungen für 40, 50 und 60 Jahre MitgliedschaftTraditionell ehrt der Musikverein im Rahmen einer solchen Veranstaltung auch seine langjährigen und verdienten Mitglieder, unter ihnen auch Michael Fronz, der für 30 Jahre fördernde Mitgliedschaft geehrt wurde, und Helmut Grimmeisen, der die goldenen Nadel mit Diamant für stolze 50 Jahre Mitgliedschaft. Er war aktiver Musiker, Theaterleiter und auch sonst bei Arbeiten für den Verein mit dabei.

Im Anschluss an die Ehrungen ging die Kaplle in den stimmungsvollen und unterhaltenden Teil über. Mit bekannten Melodien in “Comedian Harmonists in Concert”, aufgelockert durch eine fetzige Swing-Einlage, dem Schlager “Tränen lügen nicht” (mit einem Trompetensolo von Ingo Fronz) und der Titelmelodie aus “Winnetou” - Flügelhornsolo: Eberhard Wagner - brachten sie die Zuhörer in Fahrt.

Finale Das große Finale bildete der gemeinsamen Auftritt der Kapelle und Cantamos Beinstein. Mit “I will follow him”, dem mitreißenden Höhepunkt aus dem Film “Sister Act” beschlossen die Aktiven den Abend, genauso emotional und begeisternd wie im Film. Gefolgt nur noch von der vom Publikum lautstark geforderten  Zugabe “Schwabenland - mein Heimatland”, der schwäbischen Nationalhymne, bei der dann auch noch der Männerchor dabei war, und alle, die des Textes mächtig waren, kräftig mitsingen konnten.

Immer in Erwartung des nächsten Programmpunktes stellten die meisten erst am Ende, gegen 23 Uhr verwundert fest, dass 3 ½ Stunden vergangen waren. Ein gutes Zeichen und Aufforderung zugleich, eine solche Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder auf die Beine zu stellen.

Fotos: Benjamin Büttner

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